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 WIR SUCHEN SIE….

Sie möchten als Hospizhelfer (in) tätig sein ?

Ist es Ihnen ein Bedürfnis,anderen Menschen zu helfen,indem Sie sie in ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten? Möchten Sie diesen Menschen, sowie deren Angehörigen in einer schweren Zeit beistehen? Interessieren Sie sich für die Hospizarbeit und den Hospizgedanken?

Dann laden wir Sie herzlich ein, bei uns mitzuarbeiten.

Über einige persönliche Voraussetzungen sollten Sie verfügen:

  • Sie sind empathisch und können auf Menschen eingehen?
  • Sie können gut zuhören und geeignete Worte finden?
  • Sie können sich vorstellen, bei einem kranken Menschen zu sitzen, ganz gar da zu sein und wahrzunehmen,was sich ereignet?
  • Sie können sich vorstellen, schwerstkranke und sterbende Menschen zu berühren und durch ihre Anwesenheit Trost und Nächstenliebe zu geben?
  • Sie haben die Bereitschaft, mit Krankheit, Leid, Schmerz und Tod umzugehen?
  • Sie bringen die erforderliche Zeit und Flexibilität mit?

Die Qualifizierung durch erfahrene Referenten/Referentinnen bereitet Sie fundiert auf die Hospizarbeit vor. Durch Erläuterungen, Gruppengespräche und Übungen erhalten Sie das Rüstzeug für Hospizbegleitungen und den Umgang mit Sterbenden.

Auch Tod und Sterben als Bestandteil des Lebens werden gemeinsam thematisiert,damit Sie ihren Weg finden können,damit umzugehen.

Die Qualifizierung dauert 10 Monate und besteht aus 10 Abendseminaren sowie

4 Wochenendseminaren. Die Qualifizierung beinhaltet ein 40-stündiges Praktikum in einem Seniorenheim, einem Hospiz, in einem Krankenhaus oder in einer Diakonie – bzw. einer Sozialstation.

Der Eigenanteil beträgt 200,00 € pro Person. Nach 1 Jahr Mitarbeit werden 100,00 € erstattet.

Nach der Qualifizierung

Nach Abschluss der Qualifizierung hilft Ihnen eine Patin/Pate bei Ihren ersten Begleitungen.

Das gemeinsame Erleben in der Gruppe ist ebenfalls Bestandteil der Hospizarbeit. So gibt es einen Erfahrungsaustausch, gemeinsame Veranstaltungen und verschiedene Weiterbildungsmaßnahmen. Besonderen Wert legen wir auf regelmäßige Supervision,um durch Reflektion und gegenseitige Hilfe Sicherheit und Entlastung zu finden. Sie können sich auch gerne in der Organisation und in der Öffentlichkeitsarbeit engagieren.

Wenn Sie Interesse haben bei uns mitzuarbeiten melden Sie sich bei Andreas Valbert, unserem Koordinator. Telefon 06196 – 561 74 78 – www.ahpb-diequelle.de

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Wie ich Hospizbegleiterin wurde

Vor drei Jahren brach in mir eine Illusion zum Thema Krankheit radikal zusammen.

Drei Menschen aus meinem Freundeskreis erkrankten an Krebs und starben. Alle drei waren sehr spirituell und arbeiteten als Therapeuten. In meiner kindlichen Naivität meinte ich wohl, damit wäre man unangreifbar für solche Krankheiten und verstand die Welt nicht mehr. Insgeheim dachte ich immer: wenn ich mich nur brav weiterentwickle, kann das doch nicht passieren. Dann gibt es doch keinen Grund krank zu werden. Ich war zutiefst getroffen und suchte nach Erklärungen. Erstmal vergeblich. Umso größer war dann der Schock, als es mir dann selbst auch passierte. Ich hatte mehr Glück wie meine Freunde und dennoch, meine Endlichkeit wurde mir zum ersten Mal so deutlich wie noch nie zuvor und ich bekam große Angst, vorallem um meine drei Kinder. Nun mußte ich plötzlich selber einen Weg für mich finden, alleine Entscheidungen über meinen Behandlungsweg treffen, meine Wahrheiten von was finde ich richtig und was kommt nie in Frage, überprüfen.

 

Ich spürte eine neue Kraft in mir wachsen, folgte meinen inneren Impulsen und kümmerte mich mehr um mich. In der Familie setzte ich engere Grenzen, verwöhnte nicht mehr nur, sondern ließ mich auch mal umsorgen, was allen sehr gut tat. Ich nahm meinen Körper viel mehr wahr, nahm ihn ernster und spürte mehr in ihn hinein. Wenn ich müde war, ruhte ich mich aus. Der Gedanke eventuell noch schlimmer krank zu werden, wurde ein ständiger neuer Wegbegleiter mit dem ich umgehen mußte.

Der Tod meiner Freunde jedoch blieb ein Schock und es fiel mir sehr schwer meine Trauer zuzulassen. Das alles war so eng an mein eigenes Schicksal geknüpft und ich spaltete viele meiner Gefühle einfach ab.

Eines Tages sah ich in unserem Gemeindeblättchen eine Anzeige:” Ehrenamtliche Hospizbegleiter gesucht.” Es wurde eine 1jährige Fortbildung mit Zertifizierung angeboten. Da eine meiner Freundinnen in einem Hospiz verstarb und sich dort sehr umsorgt gefühlt hatte, war schon ein Bezug zu diesem Thema da. Ich machte einen Gesprächstermin mit dem Koordinator der Gruppe und merkte in der Unterhaltung mit ihm sofort:” das will ich machen!” Ich spürte, hier finde ich Hilfe und einen neuen Weg . Einige Wochen später begann meine Ausbildung und schon nach dem ersten Wochenende fühlte ich mich um Tonnen leichter.

Und so ist es bis heute immer geblieben. Ich bin sehr gerne in meiner Gruppe, habe dort Menschen kennengelernt, die mit ähnlich sind und mit denen ich mich sicher und geborgen fühle. Die Arbeit mit Sterbenden ist sehr berührend und macht mir Freude. Man bekommt sehr viel und ich habe meine Ängste vor dem Tod verloren. Ich fühle mich zugehörig und gewinne eine große Kraft, die mir hilft, meine eigenen privaten und beruflichen Projekte zu erfüllen.

Der Tod ist ein Wegbegleiter geworden , meine verstorbenen Freunde sind immer nah bei mir und ich lebe nach dem Motto:

SO LANGE ES SEIN DARF BIN ICH DABEI 

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Ein kleiner Zwischenfall

 

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Der Tod bedeutet nichts. Er zählt nicht. Ich bin nur nach nebenan gegangen.

Nichts ist geschehen. Alles bleibt genau, wie es war. Ich bin ich, und Ihr seid Ihr,

und das alte Leben, das wir in so herzlicher Gemeinschaft geführt haben, ist davon

unberührt und bleibt unverändert. Wir sind füreinander nach wie vor, was wir immer waren.

Nennt mich mit dem alten vertrauten Namen. Sprecht von mir ebenso unbeschwert wie

sonst auch. Ändert Euren Ton nicht. Tragt keine feierliche oder Traurige Miene zur Schau.

Lacht, wie wir immer über die kleinen Späße gelacht haben, über die wir uns gemeinsam gefreut haben. Spielt, lächelt, denkt an mich, betet für mich. Laßt Euch meinen Namen stets so vertraut sein, wie er Euch früher war. Er soll leichthin ausgesprochen werden, ohne die kleinste Spur des Schattens darauf. Alles geht weiter, wie es war, ohne Unterbrechung.

Was ist denn dieser Tod anderes als ein kaum wahrnehmbarer Zwischenfall? Warum

Sollte ich Euch aus dem Gedächtnis schwinden, weil ich Euch nicht mehr sichtbar bin?

Ich warte nur auf Euch, irgendwo ganz in der Nähe, gleich um die Ecke, für eine kleine Weile. Alles steht zum besten.

 

 

 

( aus dem Buch „ September“ von Rosamunde Pilcher )