Gib den Gedanken auf, andere Menschen ändern zu können. Lass die Ambition fallen, andere Menschen ändern zu wollen. Du kannst einen Anderen nicht ändern. Du hast gar kein Recht dazu. Dieses wäre dir nur dann gegeben, wenn du das Nonplusultra wärst. Doch du bist weder das Nonplusultra noch wirst du es jemals sein.
 
Natürlich ist es möglich, einen anderen Menschen mit gewissem physischen oder psychischen Druck zu einer oberflächlichen Anpassung zu zwingen. Das aber bedeutet noch lange keine wirkliche Veränderung in diesem Menschen. Es besagt bloß, dass er unter den gegebenen Umständen flexibel genug ist, zu überleben; dass er intelligent geunug ist, sich selbst vor Schaden äußerlichen Drucks zu schützen, indem er eine temporäre Adaption seines Verhaltens vornimmt. Innerlich aber bleibt er derselbe Mensch.
 
Du kannst niemand anderen ändern, es sei denn dich selbst. Jeder Mensch kann nur sich selbst verändern. Ein einzelner Mensch ist weder fähig die Gesellschaft noch die ganze Welt nach seinem Sinne umzugestalten. Allein sich selbst kann er verändern und damit hat er ein ganzes Leben und darüber hinaus ausreichend zu tun.
Wenn du Zeit hast, von anderen eine Veränderung zu erwarten, dann bist du nicht voll und ganz bei dir selbst. Dann betreibst du billige Ablenkungsmanöver, um dich nicht mit dir selbst befassen zu müssen. Du wandelst dann lieber durch deine Illusion vom Nonplusultra, als welches du dich gerne wähnst.
 
Der Wunsch andere verändern zu wollen entspringt der Arroganz des Egos. Das Ego hält sich selbst für den Mittelpunkt der Welt, für das Nonplusultra, das Zentrum des Universums. So wie für das Ego alle Autofahrer wie Idioten unterwegs sind, nur es selbst ist der Gott unter den Lenkern.
So ist es auch, wenn du ständig davon ausgehst, du müsstest allen anderen endlich klar machen, dass dein Denken, deine Ansicht, deine Irrung, deine Verblendung die einzige richtige ist.
Du kannst nur dich ändern. Und damit solltest du dein ganzes Leben lang ausreichend beschäftigt sein.
Es zeugt weder von großer Intelligenz noch von wachem Bewusstsein, sich dieses Faktums nicht gewahr zu sein.
 
text: David P. Pauswek – Der Andersmensch © 2018
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