Mayte Zimmermann

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Seit einem Jahr nehme ich regelmäßig an den Aufstellungstagen von Anette teil. Aber auf diese Homepage war ich vor zwei Wochen zum ersten Mal und zwar auf der Suche nach einem Text über das „morphologische Feld“ – ich war neugierig darauf, welche Worte und Erklärungen hier dafür gefunden werden, was mir schon alles im Rahmen von Aufstellungen widerfahren ist. Aber der Text konnte es mir (natürlich ☺) nicht erklären und genauso wenig kann mein „Erfahrungsbericht“ euch, die ihr vielleicht auf der Suche nach Antworten zur Frage „Was ist eine Aufstellung?“ oder „Ist eine Aufstellung das richtige für mich?“ seit, etwas erklären. Aber im Abschlussgespräch nach der letzten Aufstellung wurde mir klar: ich hätte den Weg zu Anette alleine auch nicht gefunden. Ich schreibe also gerne etwas für die, die gerade im Internetdschungel auf der Suche nach einer einzuläutenden Entwicklung und vielleicht auch erst auf der Suche nach ihrer Frage sind und auch als Danke für die, die mir den Weg eröffnet haben (gehen tut man ihn dann ja trotzdem alleine). Ich bin nicht in einem familiären Raum aufgewachsen, in dem Therapie oder auch alternative medizinische Formen ein Tabu gewesen wären und trotzdem habe ich mich immer gefragt: Wie soll das denn gehen, dass da jemand irgendwas fühlt und wie soll ich denn nur entscheiden, wen ich dann wo hinstelle im Raum? Und das soll dann irgendwas bedeuten? Spielen die nicht einfach alle wie schlechte Schauspieler? Diese Fragen sind glaube ich völlig berechtigt, aber eigentlich stehen sie nur im Weg zur eigenen Erfahrung. Hat man die einmal gemacht, stellen sich Fragen nach dem Wie oder Warum nicht mehr, sondern eigentlich sehe ich immer nur Faszination über das Dass. Es ist ganz egal, wo die eigenen Verknotungen liegen (oder man denkt, dass sie liegen), Aufstellungsarbeit kann immer ent-wickeln. Und im Gegensatz zu einer Gesprächs-therapie war es unglaublich erleichternd für mich, dass man nichts erklären muss. Es stellt sich nämlich sowieso einfach hin. Es zeigt sich. Ich glaube, in einer Aufstellung kann man nicht lügen oder verstecken (und klar, das kann auch Angst machen). Aber es ist auch kein Raum von Bewertung oder Moral oder Normen. Egal wer dort mit welchem Problem erscheint, keiner ist blöd oder unfähig oder falsch oder gar „selbst schuld“. Mit zum eindrücklichsten gehört für mich immer noch, wie ich hier lernen durfte, dass Be- oder gar Abwertungen (auch Intellektualisierungen) immer nur versteckter Selbstschutz sind, die im zweiten Schritt uns selbst klein machen, also selbst treffen. Es ist ein unglaubliches Gefühl, wenn das eigene Leben sich vor einem in einem Raum entfaltet – nicht, weil man es erzählt und immer auch schon rechtfertigt, erklärt, sondern weil andere es für dich fühlen – und es einem damit irgendwie gleichzeitig abnehmen wie überhaupt geben. Es ist ein genauso intensives Gefühl, mit den eigenen Anteilen für jemand anderen stehen zu dürfen und dadurch bewegt zu werden.
Vielleicht hilft es, wenn man weiß, dass ich nicht schon immer glühende Anhängerin war oder sehr theoretisch an die Sache rangegangen bin. Denn das war auch okay und ich bin trotzdem angekommen (oder aufgebrochen). Und über Anette will ich glaub ich nichts sagen, außer dass sie eine ganz sanfte Hand hat und dass ich ihr vertraue (sie hat mir nämlich beigebracht, meine Gefühle nicht hinter Theoretisierungen zu verstecken ☺).

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